Dirty Deeds Done Dirt Cheap

  • Teil 1 - Einleitung

    Vor fünf Jahren kaufte die Community der VFR-Flightsimmer in den USA eine Lockheed L-1049G Super Constellation für den symbolischen Preis von einem Dollar, um sie liebevoll zu restaurieren und wieder in die Luft zu bekommen. Allerdings war sie in einem erbärmlichen Zustand.

    Die Geschichte der Connie ist schnell erzählt. Sie wurde als C-121 mit der Buchungsnummer 40152 und der c/n 1049F-4171 an die US Air Force ausgeliefert und tat viele Jahre ihren Dienst. Ende der 60er Jahre kaufte sie ein windiger Geschäftsmann aus Florida und setzte die Connie für Cargo-Flüge in der Karibik und Mittel-/Südamerika ein. Bekannt wurde der Mann in der Szene damit, das er offensichtlich krumme Dinge spottbillig erledigte. Und so kam es wie es kommen musste: 1971 beschlagnahmte der US-amerikanische Zoll schließlich den Flieger, nachdem in Fort Lauderdale 1,5 Tonnen Kokain im Frachtraum gefunden wurde. Später ersteigerte ein Museum den Flieger und überführte die Connie auf dem Landweg nach Tucson Arizona. Der schöne Flieger wurde hinter einem Hangar abgestellt - und 25 Jahre lang nicht mehr angerührt.

    Die VFR-Flightsimmer-Freunde holten sich über Crowdfunding das nötige Kleingeld und heuerten den Connie-Spezialisten Ralph Taylor an, der die Restaurierung überwachte und die nötigen Zertifikate bei der FAA und EASA für eine Registrierung und spätere Überführung nach Deutschland beschaffte. Wir überwachten das Projekt, bezahlten die Restauration/Standgebühren in Goodyear und hatten auch ziemlich schnell einen Projektnamen gefunden. Unser Connie hieß seitdem einfach "Dirty".

    Und jetzt beginnt das eigentliche Abenteuer, denn letzten Donnerstag bekam ich eine Whatsapp von Ralph.

    Die Reise sollte nach KGYR Phoenix-Goodyear in Arizona gehen. Dort sind mehre Spezialunternehmen beheimatet, die Flugzeuge abwracken - oder eben auch wieder Instandsetzen. Dort wartet die Connie auf unser Eintreffen. Die Aufgabe klipp und klar: Dirty (so nannte der AC/DC-Fan unsere Connie) wieder nach Deutschland bringen.

    Da unser Team aus 10 Personen besteht, kam der Eisvogel-Learjet oder die Longitude für die 9.200 Km lange Reise nicht in Frage. Aber der von uns auf CTD-getaufte A310 stand in BER bereit und war verfügbar. Wir trafen uns also gestern zur Mittagszeit in Schönefeld und machten uns an die Flugvorbereitung.


    Abflug sollte um 16 Uhr Ortszeit (UTC 1700Z) sein, die Ankunft in Phoenix um 10 Uhr morgens (UTC 1600Z). Wegen des sehr heftigen Jetstreams aufgrund des Inguss-Sturmes wählten wir eine Flughöhe von 38.000 ft. Die Route sollte über Island, Grönland bis ins kanadische CYFB Iqaluit gehen. Dort planten wir einen kurzen Zwischenstopp zum Auftanken ein, denn mit dem A310 hätten wir auf der 5.300 Nm langen Strecke bis Goodyear kaum Spritreserven.

    Wir legen los.

    Wetter in Berlin war ok und wir bekamen die Freigabe über die RWY25L mit dem SID SUKIP1Q. Dannach gings standepede Richtung Island.

    Hier schon auf unserer Reiseflughöhe von 38.000 m über der Ostsee kurz vor Dänemark. Hier schien noch die Sonne, aber kurz dannach wurde es Dunkel.

    Etwa die Hälfte der Strecke haben wir hinter uns. Kurz vor dem Morgengrauen landeten wir in CYFB Iqaluit. Das Wetter war wie es die Vorbereitung vorausgesagt hatte perfekt. Dank FSTL hatten wir sogar Gesellschaft in Form einer B767 der Cargojet. Mit der netten Crew tauschten wir noch unsere schönsten Nordlichter-Bilder aus, die wir vor zwei Stunden über Grönland aufgenommen hatten.

    Der weitere Flugverlauf bis Phoenix war eher unspektakulär, wir folgten unser Flugroute über Winnipeg und Denver und bereiteten uns langsam auf den Anflug auf KGYR Goodyear vor. Unserer Vorfreude auf die Connie tat das keinen Abbruch - ganz im Gegenteil. Goodyear, wir kommen...

    Goodyear hat kein ILS, aber dafür einen RNAV-Anflug auf die 03. Anflüge auf die 21 gehen ausschließlich visuell. Und natürlich war die RWY21 aktiv. Wir cancelten unseren IFR-Flugplan und flogen also nordöstlich in die riesiege Pattern-Area ein. Bekamen allerlei VFR-Infos, denn in Goodyear ist um diese Uhrzeit schon extrem viel los. (Flugplatz mit einer Runway in den USA mit den meisten Flugbewegungen). Lufthansa-Flugschüler sind hier zuhause.

    8.500 m lang ist die RWY. Die angrenzenden Hügel und die wüstenähnliche Landschaft sind spektakulär. Dann der atemberaubende Endanflug.

    In Teil 2 zeige ich Euch, wie es uns in Goodyear erging. Dann zeige ich Euch auch zum ersten Mal unsere Connie. ;;)

    Gruß

    Thomas

  • Teil 2 - Goodyear

    Hier noch ein Nachtrag zum gestrigen Beitrag. Die Pattern-Area von Phoenix Goodyear - links und rechts der Centerline der 03/21 hatten wir 4 NM Platz. Quelle: GYR-Airport-Pilot-Guide

    Der Airport hat übrigens eine interessante Geschichte: Der Platz wurde in den 1940er Jahren zunächst als Naval Air Facility (NAF) Litchfield Park eröffnet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren auf dem Militärflugplatz hauptsächlich überzählige oder veraltete Flugzeuge von Navy, Marine Corps und Coast Guard abgestellt. 1968 wurde diese Aufgabe der heutigen 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG) in Tucson/Arizona übergeben und Goodyear als ziviler Flugplatz von der Stadt Phoenix weiterbetrieben.

    Mehrere Flugschulen sind heutzutage auf dem Flughafen stationiert. Unter anderem war seit 1970 das Airline Training Center Arizona der Lufthansa dort ansässig, die dort zusammen mit der Luftwaffe den Großteil der Flugausbildung ihrer Piloten durchführte. Im Januar 2022 übertrug Lufthansa ihren seit über 40 Jahren bestehenden Ausbildungsbetrieb in Goodyear an die US-amerikanische United Airlines. Lufthansa und die Alliancepartner sind weiterhin für die Praxis 1-Ausbildung dort aktiv.

    Seit den 1990er Jahren wird Goodyear zunehmend als Abstellplatz für langfristig geparkte Verkehrsflugzeuge genutzt, inzwischen auch als Flugzeugfriedhof zum Abwracken.

    Im Jahr 2022 wurden auf dem Flughafen Phoenix Goodyear fast 164.484 Flüge abgewickelt. Im Jahr 2023 hatte Phoenix Goodyear mehr als 200.000 Flugbewegungen. Damit war KGYR/GYR im Juni 2023 der 11. verkehrsreichste GA-Flughafen in den USA und der verkehrsreichste Flughafen mit nur einer Startbahn.

    Weitere Infos über den Platz findet Ihr hier:

    https://www.goodyearairport.com/media/ve5kcbzw/gyr-airport-pilot-guide.pdf

    Wir verließen also die Bahn 21 über A7 und taxelten über Alpha zu unserem ausgewiesenen Parkbereich im nordöstlichen Ende des Platzes. Auf dem Weg dorthin, meldete sich TWR nochmal mit dem Hinweis "Be aware of ya Pläst", was wir vorne im Cockpit nicht verstanden. Als wir die lange Reihe der einmotorigen Schulungsflugzeuge sahen, verstanden wir auch, was der TWR-Kollege von uns wollte: Be aware of your blast - wir sollten mit unseren A310 die geparkten Flieger nicht wegpusten. Guter Tipp.

    Natürlich hingen alle an Bord an den Fenstern, um unsere Connie zu entdecken. Noch wussten wir nicht, wo sie stehen sollte...

    Ralph kam mit einem von der Flugschule geliehenen Kleinbus und fuhr uns Richtung Tower. Und bogen nach links ab.

    Und plötzlich stand sie vor uns in voller Größe.

    Ralph das Schlitzohr hatte natürlich gewartet, bis wir vorbeigetaxelt waren und dann schnell die Connnie aus dem Hangar geholt. Die Überrasching ist ihm ziemlich gut gelungen, und nun sehen wir sie zum ersten Mal Live! Was für ein schöner Flieger.

    Uns war klar, das die Connie noch kein finales Eisvogel-Farbkleid trägt. Dies sollte erst bei unserer Rückkehr in Europa passieren. Entweder in Hamburg oder in Zürich. Mal schauen, denn dort müssen wir erstmal ankommen.

    Nun schauen wir unsere Connie einmal genauer an. Das Team hat ganze Airbeit geleistet, soviel steht schonmal fest. Fahrwerk, Triebwerke sehen sehr gut aus. Sensoren, Lichter wie neu. Kaum was tropft. Hydraulik- und Ölleitungen sind weitgehend dicht. Und die Herkunft unserer Connie schimmert auch noch durch. Einfach herrlich: der provisorisch aufgesprühte "Dirty Deeds Done Dirt Cheap"-Titel wurde in Anlehnung der windigen Geschäfte aus der Vergangenheit dieser Connie aufgesprüht und war natürlich Ralphs Idee - als bekennender AC/DC-Fan.

    Immerhin hatte Ralph kleine Eisvogel-Sticker neben die Türen geklebt. Soll uns wohl Mut machen für die lange Heimreise, die uns bevorsteht. Und momentan sieht es für morgen wettertechnisch nicht gut aus. Ein riesiges Tiefdruckgebiet im nördlichen Kanada macht uns echte Sorgen, wahrscheinlich müssen wir ausweichen und eine andere Route als geplant fliegen.

    Ob es dazu kommt, das berichte ich im Teil 3 - Unsere Heimreise

    Gruß

    Thomas

  • Thomas, das ist doch eine interessante Story,

    weiter so,

    hab meine Connie aber noch im P3D Hangar stehen :-o*

    Weis nicht ob ich derzeit so viel Geld zur Reataurierung im MSFS2020 einwerben kann :??)

    Ob die Connie auch im 2024er Hangar startet ? roll

    Zudem, dies Honycomb Bravo Throttleteil will ich justamente in der PMDG DC-6 zum laufen bringen,

    das wäre ja auch eine 4-mot Prop Basis für die Connie,

    wenns denn erst mal so weit wäre :Oh

    Gruß

    Jürgen  's Webseite

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  • Gefällt Euch eigentlich das Märchen vom häßlichen Entlein? Ehrliches Feedback willkommen!

    Es gefällt sogar sehr gut, Thomas. Ich wollte da bloß nicht mitten in Deinen Mehrteiler reinschreiben... :-o*

    Hier schon auf unserer Reiseflughöhe von 38.000 m über der Ostsee kurz vor Dänemark. Hier schien noch die Sonne, aber kurz dannach wurde es Dunkel.

    Puh, das hätte ich Euerm Airbus ja jetzt nicht zugetraut :cool.

    8.500 m lang ist die RWY.

    Naja, nicht ganz. Es sind "bloß" 2591 m :-o*.

    Ich freue mich sehr auf den nächsten Teil!

    Gruß aus Berlin flugzeug_smilie_184.gif
    Markus

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  • Die Story ist auf jeden Fall unterhaltsam, Thomas - bitte weitermachen!

    Danke ;)


    Grüße von EDKF

    Markus

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  • Puh, das hätte ich Euerm Airbus ja jetzt nicht zugetraut :cool.

    Naja, nicht ganz. Es sind "bloß" 2591 m :-o*.

    Nixda, unser A310 ist ein ACJ und der ist bis FL395 zertifiziert. Punkt. :)))

    Im Ernst, ich hatte mich über FR24 informiert, auf welcher Höhe die ganzen Flieger wegen des starken Jetstreams so unterwegs sind.

    Und ja, ich habe bei Rotwein ft und m verwechselt. ;;)

    *********************************************

    Teil 3 - Erste Etappe geschafft

    Dirty ist schon in New York. Ein langer und ziemlich anstrengender, aber erfüllter Tag liegt hinter uns. Wir sind in der Lobby des TWA-Hotels. Warum wir hier sind? Klaro, vor der Tür steht ebenfalls eine restaurierte L-1049 Super Constellation, die wir uns vorhin angeschaut haben. Die TWA-Connie ist aber nicht mehr flugtüchtig. Im Gegensatz zu unserer Dirty.

    Vor über 10 Stunden um 9:06 Uhr Ortszeit starteten wir in KGYR Phoenix Goodyear über die RWY21 und die POTER THREE Departure-Route. Zuvor hatten wir uns in Goodyear von unseren Restaurationsfreunden herzlich verabschiedet. Ralph kam mit, auf seine Expertise wollen wir einfach nicht verzichten.

    Wir entschieden uns für eine direkte Route nach KJFK Kennedy International, das Wetter auf dem ganzen Flug perfekt, eigentlich nur Sonnenschein. Beste Bedingungen also für den Beginn unserer Heimreise.

    Schell erreichten wir POTER und Phoenix Departure leitete uns auf unsere im Flugplan angegebene Flughöhe von 21.000 ft.

    Im Climb lauschten wir der Musik der vier Wright R-3350-Motoren, die aber gleichmäßig vor sich hin brüllten. Auch die Anzeigen waren auf grün. Wir überflogen die südlichen Ausläufer der Rockies, auch die endlosen und jetzt grünen Great Plains ließen wir hinter uns.

    Und als wir den Mississippi in St. Louis überquerten, war es plötzlich gefühlt nicht mehr weit bis New York. Und wir trällerten im Cockpit Udo Jürgens Gassenhauer „Ich war noch niemals in New York…“ – bis Ralph genervt das Cockpit verließ. Schlager sind einfach nicht sein Ding.

    Langsam wurde es Zeit, sich auf New York vorzubereiten. Memphis, Cincinnati lagen längst hinter uns. Nördlich der Kontrollzone von Philadelphia cancelten wir unseren IFR-Flugplan und flogen mehr oder weniger direkt jetzt im Sichtflug Colts Neck VOR an. Das liegt südlich der Kennedy- und Newark-Kontrollzone. Das war für uns der Ausgangspunkt in die Special Flight Rules Area, die Hudson River, Manhattan und den East River Korridor beinhaltet.

    Was für ein Triumpf - der Eisvogel über Manhattan. Hätten wir die Nordroute gewählt, dann wären wir wahrscheinlich wieder in Iqulait bei tiefster Dunkelheit gelandet. Heute war der Platz sogar wegen starkem Schneefall mehrmals geschlossen. Bis jetzt haben wir alles richtig gemacht. Und Dirty hielt sich phantastisch.

    Auch der Anflug auf die 04R von KJFK war weniger anspruchsvoll als gedacht. Es ging vom East River nördlich an La Guardia vorbei, wobei wir eine Flughöhe von 2000 ft nicht mehr überschritten. Mit Vektoren leitete ATC uns dann auf den Atlantik hinaus und fädelte uns einfach in die lange Kette der anfliegenden Flugzeuge ein. Der Rest war Routine.

    Wie geht unsere Heimreise mit Dirty weiter? Welche Route werden wir nehmen - doch über Grönland oder besser über die Azoren? Das und mehr werdet Ihr in Kürze erfahren.

    Gruß

    Thomas

  • Teil 4 - Der Weg ist das Ziel

    JFK Terminal 1, morgens um 8 Uhr Ortszeit. Letztes Briefing im Cockpit. Wir starteten auf der Außenposition die Motoren. Eng#4 sprang nicht an. Drehte zwar, wollte aber nicht zünden.

    Also alles nochmal von vorne:

    Ignition Switch OFF

    Circuit breaker and switches CHECKED

    Aux. Control Boosters CHECKED OFF

    Dump Valves (tanks 1&2, 3&4) CLOSED

    Battery voltage VOLTS CHECKED

    Master RPM Control FULL CHECKED

    Engine Supercharger LOW CHECKED

    Fuel Tank Selectors 1 2 3 4 ON CHECKED

    Cowl Flaps OPEN CHECKED

    Carburetor Air COLD CHECKED

    Master Eng. Selector ON CHECKED

    Oil Cooler Flaps OPEN CHECKED

    Tanks 2A, 3A Dump Fuel Lever NEUTRAL CHECKED

    Start Engine 4

    Control boosters (Check crossover after N°3 Engine is started) CHECKED

    Und siehe da, jetzt klappt alles - auch Eng#4 läuft sich langsam warm. Nach der Rollfreigabe gehts zum Rollhaltepunkt der Piste 04L.

    Da wir als Non-Turbojet-Flugzeug deklariert sind und nicht schnell genug steigen können, bekamen wir die Kennedy 5 Departure Idlewild Climb-Route. Wir fliegen also JFK DME 2,5 und biegen dann rechts ab mit Kurs 090 und bleiben erstmal auf 2000 ft. So kommen wir nach uns abfliegende Jets nicht in die Quere, die den "normalen" Kurs von 099 nehmen müssen.


    Die Delta B738 war vor uns dran. Dannach wir.

    Schon nach vier Minuten nach dem Start bekamen wir von New York Departure Control die Steigfreigabe zunächst auf 5.000 ft. Alles extrem praktisch, denn unser Reiseziel LPPI Pico auf den Azoren liegt ziemlich genau auf 90 Grad. Und da wollen wir hin. Die Nordroute über Island schien uns zu riskant - Stürme und Vereisung wollten wir uns und der Connie nicht antun, denn höher als 22.000 ft können wir nicht fliegen. Ob wir wollen oder nicht. Die Triebwerke sind bei der Lockheed L-1049G der limitierende Faktor.

    In den fast sieben Stunden Flugzeit war uns der Atlantik gnädig, wir hatten außer Kontrolle der Triebwerke, Umpumpen des Treibstoffs sowie einige Höhenänderungen wegen der Winde nicht viel zu tun. Meist flogen wir in 15.000 ft mit Rückenwind. Aber auch fast immer über Wolken.

    Die nichtfliegede Crew vertrieb sich die Zeit hinten mit Doppelkopf und Lesen. Um Ralpf ein bisschen zu ärgern sangen wir nochmal "Ich war jetzt einmal in New York, und war noch niemals auf Hawaii". Ralph kramte die (ungeladene) Signalpistole aus dem Notfall-Set hervor und fuchtelte in typischer Wildwest-Manier damit herum. Der Mann kommt schließlich aus Arizona.

    Irgendwann klarte es immer mehr auf und dann kam der Pico in Sicht, dann der Platz...

    ... Endanflug Piste 27.

    Wir hatten es tatsächlich geschafft.

    Dirty machte bisher alles so, wie wir es wollten (oder wie Dirty wollte). Glücklich und zufrieden stellten wir ab. Und morgen gehts dann nach Hamburg. Der letzte Leg. Bald sind wir Zuhause.

    Gruß

    Thomas

  • Schöne Geschichte,

    Die Connie war im P3D von A2A einer meiner liebsten Flieger, ich kriege grade richtig Lust die hier anzuschaffen.

    Zum Glück geht's gleich zur Arbeit.

    Der Skin der Restaurierungsnötigen Dame ist der selber gemacht und irgendwo erhältlich :?:

    Richtig Chick :love:.

    Die Story auch :beer

    Grüße von Jürgen

  • Teil 5 - Die Lackierhalle ruft

    Unsere Heimreise hatte sich natürlich wie ein Lauffeuer herum gesprochen. Die momentan dritte, weltweit flugfähige Connie wird in den sozialen Medien wie ein Star gefeiert. Wir saßen heute morgen schon im Cockpit und wollten eigentlich los, als wir Besuch vom portugiesichen Zoll bekamen. Ein Beamter in Uniform fragte freundlich, ob er an Bord kommen dürfe. Wir blickten uns unheilvoll an. Wenn ein Flugzeug aus den USA in die EU einreist, müssen dem Zoll nur noch anmeldeplichtige Waren angezeigt werden. Flugzeug selber und Ausrüstung sind zollfrei, wenn die Lufttüchtigkeitszertifikate vorhanden sind. Und die hatten wir. Dachten wir.

    Wir begrüßten den Beamten an Bord. Was kommt jetzt, fragten wir uns. Erwartete der Beamte etwa, dass wir "krumme Dinge spottbillig erledigen" - z.B. in Form eines gefüllten Briefumschlags? So wie es immer noch vorne am Bug geschrieben stand?

    Schnell stellt sich heraus, das der Zollbeamte gar nichts von uns wollte. Sondern als Aviatik-Fan - er hatte im Internet bei VFR-Flightsimmer.de von unserer Heimreise gelesen - wolle er sich einfach nur mal schnell unsere Super Constellation anschauen, sowas bekäme man schließlich auf den Azoren nur einmal im Leben zu Gesicht. Rumps, uns fiel ein gewaltiger Stein von Herzen. Sehr gerne taten wir ihm den Gefallen, er durfte Bilder von Dirty und von uns machen.

    Und los gings, unsere letzte Etappe steht an. IFR nach Hamburg. Wenn uns der Rückenwind hold ist, können wir es in knapp sechts Stunden schaffen.


    Momentan haben wir es ja mit einem riesigen Tiefdruckgebiet namens Pauline zu tun, dessen Zentrum westlich Grossbritanniens liegt. Und uns in ganz Mitteleuropa reichlich Niederschläge bringt. Ab LPPI Pico flogen wir auf der Rückseite des Tiefs, mal kamen wir in Gebiete, wo die Wolken höher waren und bis 20.000 ft reichten - dort war dann mit Vereisung zu rechnen, wenn man in die Wolken flog. Dann wieder 100 nm nahezu wolkenlos. Wir handelten das mit einem starkem Rückenwind auf Cruiselevel von 15.000 ft und flogen nicht in die Wolken ein. Spannend sollte es über dem Süd-Westen von England über den Scilly-Inseln werden, wo die Isobaren zusammen laufen. Der Forecast lieferte uns starke Windaktivitäten/Turbolenzen in allen Höhen und starke Vereisung in den Wolken.

    Fünf Stunden später war davon kaum noch was zu spüren. Pauline verlagerte sich mit hoher Geschwindigkeit östlich und wir flogen dann auch über den Süden Englands nahezu turbolenz- und eisfrei und immer noch auf 15.000 ft unserem Ziel entgegen.

    Und das Ende unserer langen Reise kam immer schneller auf uns zu. Über Borkum verließen wir unsere Reiseflughöhe und sanken auf 10.000 ft, der Elbe-Mündung entgegen.

    Wetter gut, Dirty gut, rein in die Kontrollzone über Whisky 1. Wir fliegen jetzt auf 2.000 Fuß. ATC bestätigt und ist begeistert. 180-Turn über den Landungsbrücken und rein in den Short Final Piste 23 von EDHI Finkenwerder - der riesigen Lackierhalle entgegen.

    Und dann ging es nur noch in den kurzen Anflug auf die 23 von EDHI Finkenwerder, die Schollen warten schon. Danke Dirty!

    Und da steht sie nun - unsere künftige D-AVFR. Wir alle sind gespannt, wie unsere Dirty dann im neuen Gewand aussiehen wird...

    Gruß

    Thomas

    P.S. Die Lackiertechnik bekam bereits im Vorfeld unsere Layoutwünsche.

  • Tolle Story von der Überführung, Thomas :yep

    Ich bin auf das Endergebnis gespannt.


    Grüße von EDKF

    Markus

    Mein System

    Win 11 Pro 64bit

    MSI MAG B650 Tomahawk | Ryzen 7 7800X3D | beQuiet! Dark Rock 4 Pro | 32GB DDR5 5200 Kingston Fury Beast | MSI RTX 3090 TI Gaming Trio | beQuiet! Straight Power 11 1000W Platinum | Honeycomb Alpha Flight Yoke + Bravo Throttle | Thrustmaster Hotas Warthog | Elgato Stream Deck XL & Plus | TPR Pendular Rudder Pedals | Tobii Eyetracker 5

  • Super!!

    Ein Finkwarder Schullnpedder grüßt aus dem Odenwald

    Wolfgang

    Hardware

    CPU intel i5-13600K

    Mainboard Asus Prime Z790-A

    GPU MSI Suprim X RTX 4080

    RAM Kingstone Fury Beast RGB (2x 16GB, 5600 MHz, CL-36)

    SSD NVMe 2x WD Black SN770 2TB PCIe 4.0

    CPU Kühler be quiet! Shadow Rock 3

    PSU be quiet! Pure Power 12 M 1000W ATX 3.0

    Case be quiet! Pure Base 500DX

    ext. opt. Drive ASUS ZenDrive, M-Disc

    Setup TCA Sidestick/Quadrant, T.Flight Pedals, VelociyOne Flight, Stream Deck (15 Keys),

  • Nachtrag

    Jetzt trägt Dirty endlich unser Eisvogel-Kleid. Aus dem "häßlichen Entlein" ist ein wunderschöner Eisvogel geworden. Ich hoffe, das neue Repaint gefällt Euch. Mit den Bildern beendige ich hiermit die Story unserer Überführung.

    Das Repaint ist noch nicht verfügbar - ich muss noch Kleinigketen erledigen.

    Der Vollständigkeit halber hier noch die Addons und Quellen, die ich genutzt habe:

    Teil 1

    Freeware Microsoft/Inibuilds Airbus A310 mit Eisvogellackierung aus unserem Hangar

    Payware Aerosoft EDDB Berlin-Brandenburg

    Freeware KGYR Phoenix-Goodyear (flightsim.to)

    CYFB Iqaluit default WU Kanada

    Freeware FSTL Traffic

    Teil 2

    Payware Redwing L-1049 Super Constellation

    Teil 3

    FAA Charts http://www.airnav.com/airport/kgyr

    NY default

    Freeware Marinas von Mamudesign (flightsim.to)

    Payware Inibuilds Kennedy Airport KJFK

    Teil 4

    FAA Charts http://www.airnav.com/airport/kjfk

    LPPI Pico Airport default WU Spanien/Portugal

    Teil 5

    Freeware GAIST V3 Ship Traffic mit

    -Northsea Routes von Simdocks (Freeware)

    -Lower elbe Routes von Simdocks (Freeware)

    Freeware SimDocks Hamburg Hafen

    Freeware SimDocks EDHI Finkenwerder

    Gruß

    Thomas

  • Nimm Dir Zeit für die Feinarbeiten, Thomas. Ich habe erst am nächsten Mittwoch wieder heimische Rechner unter den Fingerkuppen, vorher ist ein Upload in unseren Hanger nicht möglich.

    Vielen Dank für Deine tolle Story - ganz großes Flusi-Kino! :cool

    Gruß aus Berlin flugzeug_smilie_184.gif
    Markus

    sysp.gif

  • Gerade Bild #1 aus deinem Posting Thomas, der absolute Wahnsinn.

    Danke dir ☺️

    Grüße Stefan

    Meine Hardware

    CPU: Intel i9 11900KF @ 5100MHz (all core)
    Mainboard: ASUS Maximus XIII Apex
    RAM: 32GB G.Skill TridentZ RGB @ 3200MHz CL16-18-18-38
    Grafikkarte: MSI GeForce RTX 4090 Ventus 3X 24G OC
    Monitor: LG 38GN950-B
    Festplatte System: Samsung 970 Pro 1TB M.2
    Festplatte Flightsim: Samsung 980 Pro 2TB M.2
    VR: Pico 3 Neo Link


  • Tolle Story! Hab ich sehr genossen! Danke!

    Viele Grüße
    Andi

    System

    CPU: Intel Core i9-13900K

    GPU: ASUS ROG STRIX RTX3090 O24G water cooled

    MB: Asus ROG Maximus Z790 HERO

    RAM: 64GB DDR-5 5600-36 Corsair Vengeance

    Speicher: 3x Samsung SSD 2TB 980 PRO M.2

    NT: 850 Watt Corsair RM850 white edition

    CPU-Kühler: EKWB Quantum Velocity 2 Direct Die

    OS: Win11 Home

    Gehäuse: Fractal Design Define 7 white

    Output: ASUS 32" WQHD, VR Pimax Crystal

  • Hallo Thomas, den Vorrednern (-schreibern) kann man nur beipflichten. Deine kreativen Ideen sind immer wieder ein Genuß. :)

    Liebe Grüße

    Claus-Peter

    Meine Systeme

    1. Ryzen 9 3900X / 32GB RAM / Asus ROG STRIX B550F Gaming / Radeon RX7900XT / SG 860 EVO 1TB + 870 QVO 2TB SSDs / WD 2TB + SG 1TB HDDs / Win11 Home 64bit
    2. i7 10700KF / 32GB RAM / MSI Z490 Unify / GeForce RTX 3080 Ti / SG EVO 850 256GB + EVO 860 1TB SSDs/ SG 1TB + TB 2TB HDDs / Win11 Home 64-Bit

    zu 1.: TM HOTAS Warthog + TPR Rudder / HC Alpha + Bravo / Pimax Crystal VR
    zu 2.: Saitek X56 / TM Boeing TCA / Saitek Cessna Pedals / Quest 2 VR

  • Sensationell! Habe lediglich das letzte Bild gesehen und dachte: Wow, wieder einmal eine tolle Eisvogel-Lackierung. Dann: Moment - Eine Story?

    Und dann fast vergessen, meine Frau von ihrem Treffen abzuholen.

    Hammer Story und toll umgesetzt inklusive dem Ursprungspaint der Connie Dirty. Mache mich auf die Suche, aber eine vergleichbare Story ist sicher schwer zu finden.

    Ziehe meinen Hut mit Kopfhaut vor diesem imposanten Artikel hde

    Und bitte, für alle, die dieses tolle Modell im MSFS besitzen: Release auch das ursprüngliche "Dirty"- Scheme, denn es ist zum Einen ein geniales Paint, und zum anderen können dann die User noch einmal die Story nachzeichnen oder ihre eigene Geschichte entwerfen. Oder einfach mit der Bemalung eigene Abenteuer erleben.

    Gruß

    Manfred

  • Und bitte, für alle, die dieses tolle Modell im MSFS besitzen: Release auch das ursprüngliche "Dirty"- Scheme, denn es ist zum Einen ein geniales Paint, und zum anderen können dann die User noch einmal die Story nachzeichnen oder ihre eigene Geschichte entwerfen. Oder einfach mit der Bemalung eigene Abenteuer erleben.

    Ich finde den Skin auch echt gelungen und er wäre doch wirklich im Keller nicht gut aufgehoben :-o*

    Grüße von Jürgen

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